Die Sehenswürdigkeiten der Burg Lockenhaus

Der Burgberg ist von einer Ringmauer umgeben, die größtenteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammt. Beim Anstieg gelangt man zuerst auf die „Untere Burg“, mit prunkvollen Räumen und wuchtigen Gewölben. Im geräumigen unteren Burghof liegt links die Rezeption und rechts der Zugang zu den Burgzimmern und Repräsentationsräumen. Über den romanischen Stiegenaufgang gelangt man in den mittleren Burghof, kurz darauf in die „Obere Burg“ (Hochburg). 

Vom mittleren Burghof aus ist die alte Burgküche (Rauchkuchl) zugänglich. Hier ist noch die riesige Herdstelle aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zu sehen. Man beachte auch den riesigen Rauchschlot.

Auch der Eingang in den unterirdischen Apsidenraum (Kultraum) befindet sich hier. Über den Zweck dieses Raumes sind auch die Wissenschaftler bis heute uneinig. Der mittelalterliche Raum besitzt zwei frühgotische Apsiden und eine Lichtöffnung an der Decke. Möglicherweise diente er als Gefängnis oder als Schatzkammer, vielleicht auch als Unterkirche oder als Kultraum.Interessant erscheint, dass die Längsachse des Raumes im Widerspruch zu den anderen Burgräumen steht. In letzter Zeit hat sich die Annahme verschärft, dass sich hier im 14. Jahrhundert ein geheimer Kultraum der Tempelritter befand. Zwei eingemeißelte Kreuzembleme lassen auf eine Verbindung zum Johanniterorden schließen. Die Burgsage berichtet von hier lebenden Tempelrittern.Ein Stiegenaufgang führt in den oberen Burghof und zu den Bauten der Hochburg. 

Der Bergfried ist der älteste Teil der Burg und stammt aus der Zeit um 1200. Der wuchtige romanische Turm ist fünfeckig und steht möglicherweise an Stelle eines früheren römischen Wachturms. Östlich von ihm erhebt sich der Kapellenturm mit einem romanischen Säulenpaar in der Höhe der Zinnen, als Abschluss des Stiegenhauses. Die frühgotischen Fenster stammen aus dem 13. Jahrhundert. 

Die Burgkapelle ist dem heiligen Nikolaus geweiht und besitzt noch Freskenreste aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts. Sie gelten als älteste erhaltene Fresken des Burgenlandes. 

Bei einem später erfolgten barocken Umbau wurden leider viele romanische und gotische Bauteile zerstört. Der Kellerraum unter der Kapelle besitzt ein bemerkenswertes Kreuzgewölbe und diente früher als Familiengruft der Burgherren Nádasdy.

Dem Bergfried gegenüber erhebt sich der Palas. 

Seine romanischen Fenster wurden im ursprünglichen Stil erneuert. Man betritt den prächtigen Rittersaal, der zu den eindruckvollsten seiner Art zählt. Der Rittersaal ist eine zweischiffige, gotische Halle mit einem Kreuzrippengewölbe, das von achteckigen Säulen getragen wird. Ursprünglich waren die Wände mit einer kostbaren Täfelung bedeckt, die aber verloren ging. Es wird angenommen, dass der Rittersaal als Kapitelsaal der Templer und Johanniter gedient hat, doch fehlen urkundliche Beweise. Bemerkenswert erscheint jedoch die Tatsache, dass sich ähnliche Säle auch in den Wehrbauten der Kreutzritter im Heiligen Land und in Syrien befinden.

Der Brunnen im Burghof, der bis zum Tal hinunterreicht, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts in den Felsen geschlagen. Möglicherweise befand sich hier früher schon eine Zisterne.

Zu den Führungen

Zum Seitenanfang